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Das Osterfassl von Ritzing

Geschrieben am 14. April 2017

Traditionen, die Spaß machen

Anton, der Dorfwirt von Ritzing legt großen Wert auf die Traditionen. Nicht nur auf die ernsthaften Traditionen, sondern besonders auf die, die Spaß machen. Naja, also der Anton selbst bezeichnet das als Traditionen, die anderen meinen, er sei einfach ein Kindskopf. Auch sein übereifriger Zugang zum Ostereier suchen sorgt im Ort für Schmunzeln, Kopfschütteln, und Gelächter.

Rupert, Albin, Daniel und Steffi lassen sich ihr Bier nach der Fastenzeit schon seit Jahren beim Dorfwirt schmecken. Darum wissen sie auch schon ganz genau, was ihnen an diesem Tag so bevorsteht. Jedes Jahr verkündet Anton mit einem breiten Grinser die große Ritzinger Ostereier-Suche: Der Wirt versteckt für seine Gäste dutzende Eier in Wirtshaus und Gastgarten. Wer die meisten findet, bekommt eine Brettljause und zwei Bier aufs Haus. Gleich wie der Gewinner beim Eierpecken.

Die Stammgäste wissen schon genau, dass der Wirt ein Meister im Eierverstecken ist, und die Suchaktion oft den ganzen Nachmittag lang dauert. Besonders schmunzeln müssen sie, wenn nichts ahnende Touristen in der Stube sitzen und sich dem Spielchen anschließen. Der mehrfache Eiersuch-Champion Daniel hat genau das als Strategie: er lässt erst mal die Unerfahrenen suchen und beobachtet alles, und wenn die dann schon frustriert sind, schaut er an den Stellen nach, die sie vergessen haben zu durchforsten.

Heuer mach ich euch’s leichter!

In den letzten Jahren hat Anton aber festgestellt, dass die Motivation der Sucher ein wenig nachgelassen hat. Daher hat er sich für die diesjährige Ostereier-Suche etwas besonderes einfallen lassen. Als der Wirt folgenden Startschuss gibt, staunen die Stammgäste allerdings nicht schlecht: „Leute, heuer mach ich euch’s leichter! Ich hab heuer keine Ostereier versteckt, sondern ein Osterfassl! Wenn ihr des Fassl findet, schenk ich’s euch und eine Osterjause gibt’s obendrein.“

Die Stammgäste vom Dorfwirt schwärmen. Daniel sucht im Gastgarten nach Spuren einer Grabung, Steffi schaut in der Heutenne nach, Albin denkt sofort an den Geländewagen vom Wirt und Rupert inspiziert den alten Brunnen. Alles erfolglos. In der Küche finden sie nichts, im Getränkekeller auch nicht. Keine Spur vom Fass im Erdäpfelkeller, nichts vergraben unterm Brennholz. Dem Anton packt fast schon das Mitleid mit den treuen Gästen, bis Steffi, als sie sich erschöpft ein Glas Wasser bestellt sieht, worauf der Wirt hinter der Theke schon die ganze Zeit sitzt: auf einem bunt bemalten Bierfass. Erleichtert darüber meint der Wirt: „Seht’s, ihr hätt’s gar nicht so ausschwärmen müssen! Naja, das Bier habt’s euch verdient!“. Manchmal sind die offensichtlichsten Verstecke eben die besten.

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