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Der Bergretter als Partyretter

Geschrieben am 12. Januar 2017

„Zefix! Was wird jetzt aus der Hüttengaudi?!“

Der Poldiwirt in der steirischen Gemeinde Kleinau ist ein beliebtes Ziel für Wochenendausflüge. Hoch oben am Berg liegt er gleich neben einer erst vor ein paar Jahren erbauten Sommerrodelbahn. Von Frühling bis Herbst kommen Touristen und Einheimische hierher, um zu wandern und im Anschluss mit der Sommerrodelbahn den Berg hinunter zu düsen. Über die Wintermonate ist die Sommerrodelbahn natürlich nicht in Betrieb, da ist auch das Wirtshaus geschlossen.

Dieses Jahr hat sich Wirt Leo aber dazu entschlossen das Wirtshaus doch offen zu lassen. Schneien tut es in der Region so gut wie nie, und auch die letzten Jahre gab es keinen harten Winter. Eine kleine Hüttengaudi zur Feier hat er ebenfalls geplant. Für diese laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren – vom Feiern versteht der Leo viel und darauf legt er auch großen Wert – sein Stammtisch ebenso. Am Morgen der Feier holt Leo das letzte Klimbim aus dem Dorf und fährt hoch zu seinem Wirtshaus. Jetzt geht’s ans Kochen!

Für 19 Uhr erwartet er die ersten Gäste. Stammtischleiter Helmut hat verkündet, dass er mit einer größeren Gruppe eine gemütliche Wanderung zum Poldiwirt unternehmen möchte. Als Leo am Nachmittag die restlichen Getränke aus seinem Wagen holt, wird er nervös. Zweimal muss er sich vergewissern, dass die kalten Tropfen auf seiner Glatze tatsächlich Schneeflocken und keine Regentropfen sind. Was er als kleinen Scherz der Natur abtut, entwickelt sich innerhalb von zehn Minuten in einen wüsten Schneesturm, der das gesamte Dorf unter einer dicken Schneeschicht verschwinden lässt.

baeume

„Zefix! Was wird jetzt aus der Hüttengaudi?!“
Verärgert ruft er Helmut den Stammtischleiter an.
„Helmut, was tu ma’ jetzt?! Seid’s ihr schon unterwegs?“
„Na, wir stehen noch unten, wollten grad los! Ich lass’ mir was einfallen, die Hüttengaudi wird unter keinen Umständen abgesagt!“

Helmut wählt die Nummer seines alten Schulfreundes Martin, einem pensionierten Bergretter. Der Martin hat ein Ski-Doo samt Anhänger in der Garage – das ideale Taxi für den plötzlichen Wintereinbruch. Martin ist begeistert, sein Schneegefährt endlich mal wieder aus der Garage zu holen und erklärt sich sofort bereit, den Shuttle Dienst zu übernehmen. In fünf hurtigen Fahrten – beinahe so amüsant, wie die mit der Sommerrodelbahn – bringt er alle sicher hoch zum Wirten.

Leos Augen strahlen, als er seinen Stammgästen Speis’ und Trank serviert. „Geh, Martin, vielleicht wirst jetzt in der Pension vom Berg- zum Bierretter – das hätten wir ohne deine Hilfe heute nämlich nicht mehr kriegt!“, gibt Helmut noch zum Besten, bevor er seinen Mund in die Schaumkrone taucht.

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