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Frischer Wind am May-Dance

Geschrieben am 28. April 2017

Is’ doch für’n Hugo, so n’ Hugo!

Seit dem ersten May Dance in Annaberg hat sich viel getan. Die Veranstaltung ist mittlerweile zum Festival geworden. Aus allen Bundesländern kommen die Leut zum Feiern – und um die Wirtshauslegende Willibald beim Tanzen zu sehen. Der Wirt freut sich über die jungen Leute und konnte schon einiges von ihnen lernen. So zum Beispiel, dass seine Musikboxen unbedingt erneuert werden müssen, damit die Musik auch richtig gut klingt. Gesagt, getan, gekauft. Von Beyoncé bis Hansi Hinterseer spielt Willibald jetzt das ganze Jahr über Musik für seine Gäste – mal zur Freude, mal zum Ärger der Besucher.

Ein anderer Punkt, den Michael der Co-Veranstalter bemängelt hat, stößt dem Wirten aber doch sauer auf: Die Partygäste trinken kein Bier mehr, sondern viel lieber „Hugo“ oder „Gin Tonic“. „Was soll das überhaupt sein? Is’ doch für’n Hugo, so n’ Hugo! Na, das kommt mir nicht hinter die Theke, nie und nimmer!“, beklagt er sich. „Willibald, in diesem Punkt müssen wir uns einigen, sonst sehe ich keine Möglichkeit weiterhin zu kooperieren. Und das wäre doch wirklich schade, jetzt wo das Business so gut läuft!“ Michael ist sich sicher, dass er den Wirten noch um den Finger wickeln wird.

Der Stammtisch, der das Gespräch neugierig vom Nebentisch aus mitverfolgt ist von der Idee das Bier wegzulassen auch nicht begeistert. Bier gehört einfach zu jedem Fest, da sind sich die Burschen und Mädels einig „Am heurigen May-Dance zeigen wir, was alles im Bier steckt!“ Zusammen mit Michael suchen sie auf Facebook, Instagram und Google nach Inspiration zu einem Getränk, das dem May Dance das gewisse Etwas verleihen würde. Die Lösung ist schnell gefunden. Ein neues Getränk – genannt „wilder Bock“ – wird kreiert. Auch auf den Flyern wird der „wilde Bock“ angekündigt.

He, da ist euch ja wirklich was gelungen!

Am Abend des May-Dance wartet Willibald gespannt auf die erste Bestellung des Kultgetränks in spe. Die lässt eine ganze Stunde auf sich warten, anscheinend sind die Gäste noch unsicher was sie beim „wilden Bock“ erwartet. Schließlich wagt sich Sandro vor und bestellt einen wilden Bock. Serviert wird es ihm im Bierglas und mit traditionellem Cocktailschirmchen auf dem zwei kleine Hörner prangen. „Sieht ja schon mal cool aus eure Kreation! Hoffentlich schmeckt’s auch!“ Er nippt zögerlich, schmunzelt, und ist sichtlich zufrieden. „He, da ist euch ja wirklich was gelungen! Verratet’s mir auch was da drin ist?“ „Dieses Rezept ist Stammtischgeheimnis und bleibt gut gehütet“, gibt Willibald zu verstehen.

Die Party ist noch ausgelassener als im Jahr zuvor und der wilde Bock wird tatsächlich das Highlight des Abends. Zum Abschluss des Festivals am Sonntag verschließt der Wirt das Rezept in seinem Wirtshaussafe. Auf dem per Hand geschriebenen Zettel steht: Wilder Bock: Eiswürfel – 1 cl Zuckersirup – 2cl Zitronensaft – 4 cl Gin – 200 ml Bier. Jetzt muss nur noch an einer neuen Kreation für nächstes Jahr gefeilt werden, immerhin wollen die jungen Leute ja weiterhin überrascht werden!

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