Heisltür
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Vom Heisl zum Traualtar

Geschrieben am 2. Januar 2016

„Manche Singles muss man zu ihrem Glück zwingen!“

Bei einer Singleparty im Scheibbser Dorfgasthaus sucht der 24-jährige Jakob sein Glück. Ohne Erfolg. Erst als der Abend sich dem Ende neigt, verändert sich Jakobs Leben für immer. Und das nur, weil ihm seine Freunde einen dummen Streich spielen.

Den ganzen Abend lang versucht Langzeit-Single Jakob ein besonderes Mädel zu erobern: Sandra. Unter seinen Freunden ist Jakob nicht gerade als Frauenheld oder Draufgänger bekannt. Er ist eher von der schüchternen Sorte. Darum gehen seine Versuche, die brünette Schönheit Sandra anzusprechen auch ins Leere. „Magst du vielleicht was trinken? Ich mach sowas sonst nicht.“ – Sandra zeigt ihm die kalte Schulter.

Jakobs Freunde machen sich schon über ihn lustig. Je länger der Abend desto wilder rennt der Schmäh. Kurz vor der Sperrstunde gibt Jakob auf: „Ihr habt ja recht. Das wird nix mehr, Burschen.“ Enttäuscht trottet er zur Toilette. In dem alten Scheibbser Dorfgasthaus gibts nur einen WC Raum, den sich die Gäste teilen müssen – Waschbecken, Spiegel, eigenes Kammerl fürs Heisl und das wars. Zu allem Überfluss ist das Heisl besetzt. Jakob stellt sich ans Waschbecken und schaut in den Spiegel.

Was er nicht weiß: am Heisl sitzt Sandra. Zu Jakobs Unglück haben seine Burschen mitbekommen, wie sie kurz vor Jakob Richtung WC gegangen ist. Seine Burschen wittern ihre Chance und verbarrikadieren die WC-Tür. „Kommt’s, lass ma die Turteltäubchen alleine!“

„Hallo, macht’s die Tür auf! Hilfe! Hallo???“

Jakob rüttelt und schüttelt an der WC-Tür, doch sie geht nicht auf. Schließlich kommt auch Sandra dazu und wundert sich über den randalierenden Jakob. „Die Deppen haben uns eingesperrt!“ Mit vereinten Kräften trommeln beide gegen die Tür und rufen um Hilfe. Doch im Wirtshaus ist kein Mucks mehr zu hören. Der Wirt und die letzten Gäste hatten die Sperrstunde offensichtlich sehr ernst genommen. Jakob zückt sein Handy, um seine Freunde anzurufen. Kein Empfang! Seine Hände beginnen zu zittern. Auch bei Sandra macht sich Panik breit. „Was sollen wir jetzt machen!?“

Tür öffnen

Nach einiger Zeit schaffen sie es, mit einem 20-Cent-Stück die WC-Tür zu öffnen. Mittlerweile ist das Wirtshaus finster und die Eingangstüre ebenfalls abgesperrt.

Sandra schlägt die Hände vors Gesicht: „Na super, und was jetzt?!“ In diesem Moment erkennt Jakob seine einmalige Gelegenheit. „Bier oder Spritzer?“, fragt er und stellt sich hinter die Bar. „Was schaust denn so? Heut’ bin ich dein Schani!“ Sandra zögert kurz, lächelt dann, setzt sich hin und zündet das Kerzerl an, das am Tisch steht.

Hochzeit Wirtshaus

Drei Jahre ist die vermeintliche Horrornacht nun her. Jakob steht im Anzug vor versammelter Gesellschaft, im selben Wirtshaus, vorm selben Tisch, seine Hand auf Sandras Schulter. „… und ich hätte mir im Leben nicht gedacht, dass ich eines Tages sagen kann: Das ist meine Frau!“

Was würdest du tun, wenn dich deine Freunde am Wirtshaus-Heisl einsperren? Sags uns in den Kommentaren!

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