Allgemein

Wenn am Gschnas Märchen wahr werden

Geschrieben am 24. Februar 2017

Ein ganzes Dorf spekuliert

Das Gschnas beim Fröschlwirt wird heuer nicht so wie die davor. Große Plakate hängen im ganzen Bezirk kündigen einen Überraschungsgast an. Und zwar nicht irgendeinen – bekannt aus Funk- und Fernsehen soll er sein. Bei so einer Ansage dauert es nicht lange und wilde Spekulationen machen die Runde. Ganz zu schweigen davon, dass die Karten fürs Gschnas weg gehen, wie die warmen Semmeln.

Der Wirt hütet sein Geheimnis eisern. Er ist in der Gemeinde bekannt für seine Überraschungskonzerte und rühmt sich gerne mit seinen Kontakten in der lokalen Musikszene. Von der Big Band bis zum jungen Zieharmonikatalent hat er schon so manchen ermutigt, sich musikalisch was zu trauen.

Natürlich weckt ein ominöses E-Mail eines geheimnisvollen internationalen Top-Stars, der über Fasching eine ruhige Bleibe sucht und möglichst ungestört urlauben will, seine Neugier. Sofort richtet er das Fremdenzimmer im Gasthaus her und bietet dem Künstler an, als Bezahlung einfach ein kleines Konzert an seinem letzten Tag im Ort zu geben.

Seit ein paar Tagen wohnt der geheimnisvolle Gast jetzt bei ihm und die Geschichte kommt dem Wirt immer komischer vor. Er sieht ihn so gut wie nie und hat eigentlich keine Ahnung, wer das jetzt genau sein soll. Langsam bereut er ein wenig, das alles so groß angekündigt zu haben. Aber jetzt gibt es halt auch kein Zurück mehr, bei so vielen verkauften Karten!

Der Festsaal wird zum Märchenland

Dann ist der große Abend gekommen. Das Thema des Gschnas ist heuer Märchen und Mythen. Die Gaststube füllt sich mit römischen Göttern, die sich mit den griechischen Gottheiten scherzhalber messen, einem gestiefelten Kater, Don Juan, sieben Geißlein, die sich vom Bösen Wolf aus Rotkäppchen fürchten. Die Bühnentechnik macht der Edi, verkleidet als Meerjungfrau. Die Küche läuft auch Hochtouren. Der Wirt selbst steht als Prinz hinter der Schank.

Wie ein echter Rockstar betritt der Stargast eine halbe Stunde später als angekündigt die Bühne. Ganz alleine. Verkleidet als Esel. Der Wirt versinkt fast im Boden vor lauter Scham. Der singende vermeindliche Top-Star ist nichts weiter als ein ganz gewöhnlicher Alleinunterhalter! Im Saal rumort’s langsam. Es will keine rechte Stimmung aufkommen und die Gäste beginnen, die Starqualitäten des Künstlers ganz offen zu hinterfragen.

Da stürmen drei Mitglieder des Musikvereins verkleidet als Hund, Katze und Huhn die Bühne und gesellen sich zum Esel. Der lüftet seine Maske und der Wirt erkennt Toni den Kapellmeister der Blasmusik. Der Musikstammtisch hat ihm einen Streich gespielt. Die vier Musikanten legen den Auftritt ihres Lebens hin, die Stimmung ist ausgelassen und niemand vermisst den angekündigten Stargast.

TAGS
ÄHNLICHE G’SCHICHTEN

HINTERLASS UNS EINEN KOMMENTAR

Über A Bier und a G’schicht
Wir von Puntigamer sind davon überzeugt, dass Wirtshauskultur nicht verloren gehen darf. Darum erzählen wir hier in regelmäßigen Abständen immer wieder neue Geschichten aus den unterschiedlichsten Wirtshäusern. Was zum Lernen und Weitererzählen findet ihr im Wörterbuch und Wirtshauswiki.
Suche

Sie müssen 18 Jahre alt sein um diese Seite betreten zu dürfen.

Bitte geben sie Ihr Alter an.

#Wirtshaus

Sie müssen 18 Jahre alt sein um diese Seite betreten zu dürfen.

Bitte geben sie Ihr Alter an.